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Eigentlich sollte es nur ein normaler, freistehender Glockenturm werden, den die Einwohner von Pisa sich traditionell neben den Dom stellen wollten. Solche Campanile genannten Glockentürme findet man in ganz Italien sehr häufig.
Als man im Jahr 1173 den Grundstein legte, war man sich sicher, den Bau in wenigen Monaten abschließen zu können. Doch bereits mit Erreichen des dritten Stockwerkes hatte der Turm eine bedenkliche Schieflage in Richtung Südosten, da das Fundament offensichtlich dem Gewichts des Turmes nicht gewachsen war. Der Bau des schiefen Turmes von Pisa wurde daraufhin für 100 Jahre unterbrochen. Grabungen zeigten, dass man sich vermutlich als Bauplatz eine versandete Stelle eines ehemaligen Hafenbeckens ausgesucht hatte.
Doch die tapferen Bauarbeiter gaben nicht auf. Man begann den Bau erneut und errichtete die nachfolgenden vier Stockwerke schräg, um die bestehende Schräge auszugleichen. Nach einer weiteren Baupause konnte der schiefe Turm von Pisa endlich im Jahr 1372 mit dem Bau der Glockenstube vollendet werden.
Der in Pisa geborene Galileo Galilei benutzte den schiefen Turm für seine Versuche zu den Fallgesetzen.
Als mißglücktes Bauwerk begonnen, ist der Turm mittlerweile das Wahrzeichen der Stadt und wurde von der UNESCO 1987 mit dem daneben stehenden Dom und Baptisterium zum Weltkulturerbe ernannt.
Von 1990 bis 2001 war der schiefe Turm von Pisa für Besucher gesperrt. In einem einzigartigen Rettungsversuch richtete man den Turm um 44 cm auf. Zur Zeit werden kleine Besuchergruppen eingelassen und ein Eintrittsgeld erhoben.
“La torre”, wie er von den Pisanern liebevoll genannt wird, ist aber nicht endgültig vor dem Umstürzen gerettet.
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