Neapel

Nähert man sich Neapel vom Meer aus, fällt einem der breite Kegel des Vesuvs im Hintergrund sofort auf – eine tolle Kulisse. Neapel ist besser als sein Ruf, viel besser sogar. Für Bauspekulation, die dunklen Machenschaften der Mafia und eine hohe Arbeitslosigkeit bekannt, präsentiert sich Neapel dem aufmerksamen Besucher von einer sehr reizvollen Seite.
Seit 3000 Jahren gibt es die süditalienische Stadt bereits. Ursprünglich entstand Neapel aus drei griechischen Siedlungen, geriet später unter römischen und dann byzantinischen Einfluss. In Neapel saßen einst die französischen, spanischen, habsburgischen und bourbonischen Könige, nach der Staatsbildung 1860 ging der monarchische Glanz dann allerdings verloren. Das neapolitanische Lebensgefühl hat etwas besonderes an sich, das man erst spüren kann, wenn man sich auf eine Erkundungstour der Stadt einlässt.
Die Spaccanapoli teilt die Stadt in den Teil, der dem Meer zugewandt ist und jenem der sich Richtung Landesinneres erstreckt. Gesäumt von Kirchen und prunkvollen Palazzi kann man hier auch in belebte Seitenstraßen abbiegen. Zwischen den Häusern hängen wäscheleinen, Italienerinnen rufen sich über die engen Gassen hinweg etwas zu. Für große Auslagen ist hier kein Platz, die Geschäfte in den verwinkelten Altstadt, die übrigens zum Unesco Weltkulturerbe erklärt wurde, präsentieren die Ladenbesitzer ihre Waren schon mal auf der Straße vor den kleinen Geschäften.

Neben zahlreichen Gebäuden und Plätzen, die in Neapel ganz ohne Tickets unter freiem Himmel bewundert werden können, gibt es ein paar Museen, denen man unbedingt einen Besuch abstatten sollte. Tickets verkaufen die Mitarbeiter des Tourismusverbands an der Piazza Plebiscito.

Da wäre zum Beispiel das Museo Archeologico Nazionale, welches eine Sammlung antiker Kunst des Mittelmeerraumes zeigt. Die Stücke datieren teilweise bin ins 8. Jahrhundert v. Chr. Zurück. Auch das Castelnuovo, das Karl der I. Ende des 13. Jahrhunderts erbauen ließ, sollte man gesehen haben. Hier sind besonders die Steinmetzarbeiten am Renaissancebogen sowie die Gemälde im inneren der Burg erwähnenswert.
Im Museo Nazionale die San Martino befindet man sich hoch über der Stadt. Dort kann man nicht nur die neapoletanischen Krippen besichtigen (der Krippenbau hat hier große Tradition), sondern auch durch die wunderschön angelegten Gärten spazieren.

Bei so viel Kultur, Sightseeing und neuen Eindrücken stärkt man sich am besten mit einer Pizza Margherita. Diese wurde nämlich vom neapoletanischen Pizzabäcker Raffaele Esposito erfunden. Am 11. Juni 1889 soll es gewesen sein, als ebengenanntem Pizzabäcker der Auftrag erteilt wurde eine Pizza für Margherita, die Gemahlin von König Umberto dem I. zu servieren – die Pizza Margherita war geboren.