Die Geschichte Kroatiens wurde nachhaltig von den überall an der Küste ansässigen Römern geprägt, doch wurde nur Split die Ehre einer Kaiserresidenz zuteil. Der römischer Kaiser Gaius Aurelius Valerius Diocletianus stammte selbst aus einer einfachen dalmatischen Familie und diente sich in den römischen Legionen unermüdlich hoch, bis er unter Aurelian zum Konsul ernannt wurde. 284 wurde Diokletian von seinen Soldaten zum Kaiser ausgerufen, bis 286 teilte er sich die Regentschaft jedoch mit seinem ehemaligen Kameraden Maximianus und erweiterte diese Doppelherrschaft 293 sogar zur sogenannten Tetrarchie, einer Regentschaft von drei Kaisern. Diokletian behielt sich die Rolle des Seniorkaisers vor und wies seinen Mitregenten die Funktion von Unterkaisern zu. Berühmt für seine weitreichenden Reformen im Rechts- und Steuerwesen sowie beim Militär, ordnete Diokletian auch die Provinzen neu und führte neue Verwaltungsstrukturen ein. Nach seiner Abdankung im Jahr 305 lebte Diokletian bis zu seinem Tod 313 in seinem Palast in Split.

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Diokletian

Früher lag der Diokletianpalast direkt am Meer. Heute verläuft eine herrliche Promenade zwischen Palast und Hafen, über die man die prächtigen Unterbauten des Südflügels mit den privaten Gemächern des Kaisers erreicht. Schon damals wusste man eine prächtige Aussicht zu schätzen: die kaiserlichen Gemächer waren dem Meer zugewandt, im hinteren Teil befanden sich die einfachen Wohnräume und die der Dienerschaft. Betritt man den Palast durch die Porta Argenta, das Silberne Tor, gelangt man zu einem Platz, der den Mittelpunkt der Palastanlage bildete, dem Peristyl. Dieser offene Hof ist an drei Seiten von Kolonnaden umgeben und hier kreuzen sich die beiden Hauptstraßen des Ortes. Dieser Platz ist mit seinen kleinen Straßencafés der zentrale Treffpunkt der Altstadt von Split. Durch die nach Osten führende Säulenreihe gelangt man zum Dom, dem ehemaligen Mausoleum des Kaisers, das bereits im 7. Jahrhundert zur Kathedrale umgebaut wurde. Außer zwei Sphinxen wurden damals alle antiken Statuen entfernt und die Überreste der Märtyrer Domnius und Anastasius in dem neu geweihten Gotteshaus bestattet. Der Dom selbst wurde mit einem Löwenrelief und Statuen des ungarischen Königs Bela IV. und seiner Gemahlin Maria Lascaris eindrucksvoll ausgestattet. Die Töchter des Königspaars wurden nach ihrem Tod in Sarkophagen über dem Portal bestattet. Sehenswert ist die romanische Steinkanzel, die von sechs Säulen mit kunstvoll gestalteten Kapitellen getragen wird.

Links vom Dom gelangt man über steile Treppen zu den Kellergewölben, durch die man die Porta Aenea, das Bronze- oder Meertor erreicht. Von hier aus führen Treppen nach oben in die Gemächer Diokletians. Auf dem großzügig angelegten Balkon nahm er die Huldigungen seines Volkes entgegen, um dann in das ehemals mit Mosaiken geschmückte Vestibül zurückzukehren. Der dem Dom gegenüberliegende rechteckige Jupiterpalast gilt als architektonisches Meisterwerk der Spätantike. Im Zuge der Umbauten des 7. Jahrhunderts musste der heidnische Tempel einer christlichen Taufkapelle weichen; nur die zweite erhalten gebliebene Sphinx, die früher das Mausoleum bewachte, zeugt noch von der ursprünglichen Verwendung dieses Bauwerks.

Innerhalb der Palastanlage wurden im 15. und um 17. Jahrhundert noch der Palast Papalic und der Palast Cindro erbaut. In ersterem bietet das dort untergebrachte Städtische Museum mit seinen beeindruckenden Exponaten interessante Einblicke in die Stadtgeschichte. Verlässt man die Anlage durch die Porta Aurea, das Goldene Tor, steht man vor einem Renaissance-Glockenturm und der großen Bronzestatue des Bischofs Gregor von Nin. Die große Zehe des Bischofs ist durch das stetige Reiben der Vorübergehenden ganz blank und abgenutzt – es soll angeblich Glück bringen, sie zu berühren.

Der Diokletianpalast ist das wohl bedeutendste Bauwerk aus römischer Zeit an der Adriaküste und ein wertvolles geschichtliches Monument, in dem man diese bedeutende Epoche hautnah in einem Urlaub Kroatien erleben kann.

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